G20: Gipfeltreffen in Hamburg unter deutschem Vorsitz

04.07.2017

Am 7. und 8. Juli treffen in Hamburg unter deutschem Vorsitz die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zusammen (G20). Das Motto des diesjährigen Treffens: Stabilität sichern, Zukunftsfähigkeit verbessern, Verantwortung übernehmen.

Protokollarisches Großprojekt

Es ist ein protokollarisches Großprojekt: wenn Anfang Juli die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zusammentreffen, versammeln sich 36 Delegationen in der Hansestadt Hamburg. Ein etwa 20-köpfiges Kernteam aus der Protokollabteilung des Auswärtigen Amt sorgt für den reibungslosen Verlauf des Gipfels, in der heißen Phase wächst dieses Team auf 150 Kolleginnen und Kollegen an. Ein 120-seitiges Drehbuch skizziert den zeitlichen Ablauf des Treffens. O ministro das Relações Externas, Sigmar Gabriel, na reunião dos ministros das Relações Exteriores do G20 em Bonn, em fevereiro de 2017 Bild vergrößern O ministro das Relações Externas, Sigmar Gabriel, na reunião dos ministros das Relações Exteriores do G20 em Bonn, em fevereiro de 2017 (© dpa / Picture aliance)

G20: Stabilität sichern, Zukunftsfähigkeit verbessern, Verantwortung übernehmen

Rund 64% der Weltbevölkerung leben in den Ländern der G20. Gemeinsam erwirtschaften sie etwa 80% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und sorgen für drei Viertel des Welthandels. Bei ihren jährlichen Treffen beraten die Staaten traditionell über das Wachstum der Weltwirtschaft und die Regulierung der Finanzmärkte.

Seit dem 1. Dezember 2016 hat Deutschland für ein Jahr die G20-Präsidentschaft inne. Unter dem Motto "Eine vernetzte Welt gestalten" setzt die deutsche G20-Präsidentschaft drei Schwerpunkte: Stabilität sichern, Zukunftsfähigkeit verbessern und Verantwortung übernehmen.

Stabilität sichern: Finanzmärkte regulieren, internationalen Handel erleichtern

Um in Zukunft Krisen standzuhalten, müssen die internationalen Finanzmärkte widerstandsfähiger werden. Im Rahmen der G20 setzt sich Deutschland deswegen für eine bessere Aufsicht über die Finanzmärkte ein, zum Beispiel durch die Regulierung von Schattenbanken. Auch die Bekämpfung von Steuervermeidung ist Thema, ebenso wie die Förderung und Erleichterung des internationalen Handels.
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Auch die Beschäftigungspolitik spielt eine wichtige Rolle: so soll zum Beispiel die Integration von Flüchtlingen in die Arbeitsmärkte verbessert werden. Darüber hinaus geht es auch um die Zukunft der Arbeitsmärkte selbst vor dem Hintergrund der Digitalisierung.

Zukunftsfähigkeit verbessern: Klima schützen, Agenda 2030 umsetzen

Die globale Erwärmung soll auf deutlich unter 2°C begrenzt werden – das ist das Ziel des Pariser Übereinkommens. Auch für den deutschen G20-Vorsitz hat der Klimaschutz Priorität, ebenso die Versorgung mit nachhaltigen und erneuerbaren Energien.

Darüber hinaus wird es auf dem Gipfeltreffen um die Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen gehen. Mit dem Kampf gegen den Klimawandel und den Einsatz für eine nachhaltige weltweite Entwicklung will Deutschland im Rahmen der G20 die Weltwirtschaft zukunftsfähig machen.

Weitere Themen, die Deutschland unter diesem Stichwort voranbringen möchte, sind die Digitalisierung der Weltwirtschaft, die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen und Pandemievorsorge, sowie eine Verbesserung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen.

Verantwortung übernehmen: Partnerschaft mit Afrika

Auch die Partnerschaft mit Afrika steht im Mittelpunkt der G20-Präsidentschaft: die Lebensbedingungen der Menschen in Afrika sollen langfristig verbessert werden. Ziel ist es, bessere Bedingungen für wirtschaftliche Investitionen in Afrika zu schaffen und die Zusammenarbeit im Bereich der Flucht und Migration zu intensivieren. Bereits im Vorfeld des Treffens hat deswegen ein gemeinsamer Gipfel der G20 und afrikanischer Staaten stattgefunden.

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