Documenta 13: Kunst in Deutschlands Mitte

07.06.2012
Himmelsstürmer: documenta-Skulptur des US Künstlers Jnothan Borofsky Bild vergrößern Himmelsstürmer: documenta-Skulptur des US Künstlers Jonathan Borofsky (© Kassel Marketing GmbH)

Die Zeit der Geheimnisse in Kassel ist vorbei. Lange herrschte Stillschweigen über die Schwerpunkte der documenta 13, jetzt laufen die letzten Vorbereitungen für das große internationale Kunstereignis: Vom 9. Juni 2012 an trifft sich die Kunstwelt wieder in Kassel. Alle fünf Jahre verwandelt sich die Stadt in der Mitte von Deutschland für 100 Tage in ein Museum für Gegenwartskunst. Seit ihrer Gründung 1955 gilt die documenta als eine der bedeutendsten und weltweit bekanntesten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst.

Zur documenta 13 werden mehr als 150 Künstler aus 55 Ländern und Teilnehmer aus der ganzen Welt zusammenkommen und ihre vielfältigen künstlerischen Positionen präsentieren. Das traditionsreiche Museum Fridericianum, die barocke Orangerie oder die grüne Karlsaue: An verschiedensten Orten in der Stadt sind bis zum 16. September Skulpturen, Malerei, Installationen und Performances, aber auch Fotografie und Film aus den Bereichen Ästhetik, Kunst, Politik, Film, Literatur, Wissenschaft und Philosophie zu sehen. 

Geprägt wird die Ausstellung durch das kuratorische Konzept ihrer künstlerischen Leitung. Diese Aufgabe hat bei der documenta 13 Carolyn Christov-Bakargiev übernommen. Die Kuratorin aus den USA mit bulgarisch-italienischen Wurzeln versteht die documenta als ein offenes Experimentierfeld und als Bühne, auf der „unsere Auffassung von Leben in der Gegenwart hinterfragt wird“.

Unter dem übergeordneten Motto „Collapse and Recovery“ bringt die documenta 13 mit den Themen Politik, Feminismus, Archäologie und Weltwissen im Wesentlichen vier Schwerpunkte zusammen, die künstlerisch in Szene gesetzt werden. Gespannt dürfen documenta-Besucher etwa darauf sein, wie politische Konflikte und die Problematik gebrochener nationaler Identitäten von Künstlern aus arabischen Ländern, Israel und Mexiko verarbeitet werden. 

Neue Wege geht die documenta bei der Vermittlung von Kunst. Bei Führungen setzt sie auf sogenannte Worldly Companions. Zu diesen speziell geschulten Begleitern gehören Menschen ganz unterschiedlicher Berufsgruppen vom Arzt bis zum Polizeibeamten, mit denen Besucher die documenta bei einem Rundgang entdecken können.

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