RIO+20: Deutsche Minister ziehen Abschlussbilanz der Konferenz

03.07.2012
Rio+20 Bild vergrößern (© Roland Meise)

Die Leiter der deutschen Delegation auf dem Umweltgipfel Rio+20, Umweltminister Peter Altmaier und der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, gaben die letzte Pressekonferenz auf der UN-Konferenz über Nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro.

In seiner Erklärung bezeichnete Bundeminister Altmaier den endgültigen Text der Konferenz als Ergebnis eines Kompromisses, der aufgrund seiner Beschaffenheit nicht alle anfänglichen Erwartungen der deutschen Regierung erfüllen könne. Er beinhalte allerdings einige wesentliche Fortschritte und stelle eine ausreichende Grundlage für künftige internationale Verhandlungsprozesse dar.

Altmaier stellte fest, dass er sich selbst konkretere und ehrgeizigere Ziele für das Abschlussdokument gewünscht hätte, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der Ozeane. „Wir haben den ersten Schritt in Richtung eines internationalen Abkommens getan, das dringend benötigt wird. Aber wir können nicht bis 2025 warten. Für den Schutz der Ozeane müssen wir schon viel früher konkrete Maßnahmen ergreifen“, argumentierte er.

„Heute in 20 Jahren wird man sich an diese Konferenz als einen Paradigmenwechsel und grundlegenden Wendepunkt erinnern: […] Zum ersten Mal stehen alle Länder hinter der Idee einer „Grünen Wirtschaft“. […] „Grüne Wirtschaft “ verbindet Wirtschaftswachstum mit nachhaltigem und effizientem Management der wertvollen und endlichen Ressourcen unseres Planeten“, erklärte Altmaier.

Altmaier bot die Partnerschaft mit allen Ländern an, die sich für nachhaltige Entwicklung engagieren. Deutschland sei der zweitgrößte Geldgeber der internationalen Finanzwelt für Klima und Entwicklung. Es halte seine Verpflichtungen ein und sei bereit, die Partnerschaften mit seinen europäischen Partnern zu stärken, versprach der Minister.

Auf der Pressekonferenz wurde auch klar, womit Deutschland in punkto umweltschonender Maßnahmen werben kann: mit der Energiewende. Bis 2022 sollen in Deutschland alle Atmokraftwerke vom Netz genommen werden und 2050 sollen mindestens 80 Prozent der Energieversorung aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Damit könnten bis zu 95 % der aktuellen Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2050 reduziert werden. „Eine riesige Herausforderung“, so der Bundesumweltminister, „aber eine, die wir sehr engagiert bewältigen wollen“.

© Felix Merkel (Deutschlandzentrum)

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