Erbschein

Der Erbschein ist ein amtliches Zeugnis des deutschen Nachlassgerichts über die Erbfolge. Mit dem Erbschein kann sich der Erbe gegenüber Dritten (wie z.B. Banken, Versicherungen, Grundbuchamt, etc.) als Erbe legitimieren. Sie benötigen also z. B. einen Erbschein, wenn Sie Erbe (bzw. eine Erbin) geworden sind und das Konto des Verstorbenen auflösen oder als neuer Eigentümer des geerbten Grundstücks im Grundbuch eingetragen werden möchten. Kein Erbschein ist erforderlich, wenn ein vor einem deutschen Notar errichtetes Testament vorliegt, aus dem sich die Erbfolge ergibt.

 

Zuständig ist das Nachlassgericht, in dessen Bezirk der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes seinen Wohnsitz oder – ersatzweise – seinen Aufenthalt in Deutschland hatte. War der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes (zumindest auch) Deutscher, wohnte aber nicht in Deutschland und hielt sich dort auch nicht auf, so ist das Amtsgericht Berlin- Schöneberg zuständig.

Hatte der Erblasser keine deutsche Staatsangehörigkeit und auch keinen Wohnsitz oder Aufenthalt in Deutschland, ist jedes Nachlassgericht zuständig, in dessen Bezirk sich Nachlassgegenstände befinden.

 

Ein Erbschein wird nur auf Antrag und erst nach Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung erteilt. Die eidesstattliche Versicherung kann vor einem deutschen Nachlassgericht oder Notar oder einer deutschen Auslandsvertretung abgegeben werden.

 

Im Erbscheinsantrag müssen Sie angeben, worauf Sie Ihr Erbrecht begründen (z.B. Zeit des Todes des Erblassers, Verhältnis auf dem das Erbrecht beruht, potentielle (Mit)Erben, Verfügungen von Todes wegen). Ihre Angaben müssen Sie durch öffentliche Urkunden nachweisen.

 

Wenn Sie einen Antrag auf einen Erbschein bei einer deutschen Auslandsvertretung beantragen wollen, laden Sie bitte den Fragebogen zur Vorbereitung der Beurkundung eines Antrags zur Erlangung eines Erbscheins [pdf, 35.99k] herunter,
füllen ihn aus und reichen ihn zusammen mit den anderen o.a. Unterlagen bei der Auslandsvertretung ein.

 

Welche Auslandsvertretung für Sie zuständig ist, finden Sie im Konsulatsfinder

 

Die Auslandsvertretung bereitet den Antrag vor und vereinbart mit Ihnen einen Termin zur Beurkundung. Danach senden Sie den beurkundeten Antrag zusammen mit den weiteren Unterlagen an das Nachlassgericht, das schließlich den Erbschein ausstellt.

 

Das Verfahren dauert in der Regel mehrere Monate.

 

Für die Beurkundung des Antrags bei der Auslandsvertretung fallen Gebühren nach dem Auslandskostengesetz an. Darüber hinaus erhebt auch das Nachlassgericht Gebühren für die Erteilung des Erbscheins. Beide richten sich nach dem Nachlasswert.

Konsulatfinder

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