Wissenschaft

Brasilien ist auf Grund seiner Führungsposition in Lateinamerika ein wichtiger Partner für Deutschland. Dies gilt auch für die Bereiche Wissenschaft, Technologie und Innovation. Es bestehen rund 230 Hochschulkooperationen zwischen beiden Ländern und über 2.000 Brasilianer studieren an deutschen Universitäten. In der Forschung arbeiten zahlreiche Wissenschaftseinrichtungen beider Länder intensiv zusammen. Die mehr als 1.200 deutschen Unternehmen in Brasilien spielen für den Technologietransfer eine wichtige Rolle.

Die deutsch-brasilianische Wissenschaftskooperation besteht seit mehr als 40 Jahren und basiert auf dem 1996 aktualisierten Rahmenabkommen zur wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung. Im Vordergrund der Zusammenarbeit stehen die Themen der Umwelt- und Meeresforschung. Bio-, Informations-, Produktions- und Nanotechnologie sowie Gesundheitsforschung und Raumfahrt sind weitere Kooperationsfelder. Das aktuelle Lateinamerikakonzept der Bundesregierung sieht vor, die wissenschaftlich-technologische Kooperation mit dem Ziel einer stärkeren internationalen Vernetzung der deutschen Wissenschaft weiter auszubauen. Zur Verbesserung der Innovationssysteme beider Länder soll der Praxis- und Anwendungsbezug der Forschung durch eine enge Zusammenarbeit von Forschung und Industrie intensiviert werden.

Brasilien hat riesige landwirtschaftliche Nutzungsflächen, enorme Süßwasservorräte und Rohstoffvorkommen wie das Pre-Sal-Ölfeld. Außerdem bestehen vielfältige Möglichkeiten für die Erzeugung erneuerbarer Energie. Deutschland hat innovative Spitzentechnologien und ist insbesondere bei den „grünen Technologien“ Innovationstreiber. Die Vereinigung dieser Potenziale stärkt beide Länder in ihrer Wettbewerbsfähigkeit und lässt Projekte entstehen, von denen beide Partner gleichermaßen profitieren.

Mit der Gründung des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses (DWIH) in São Paulo haben das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen gemeinschaftlichen Auftritt für die in Brasilien präsenten deutschen Wissenschafts- und Innovationseinrichtungen geschaffen. Das DWIH wirbt für den Forschungsstandort Deutschland und fördert die Kooperation zwischen deutschen und brasilianischen Innovationsträgern.

Das Deutsch-Brasilianische Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/2011 (DBJWTI) hat dazu beigetragen, die Kooperation durch neue Projekte und den verstärkten Austausch von Studierenden und Forschern auszubauen. Zahlreiche Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Brasilien organisierten während des Jahres unter dem Motto „nachhaltig:innovativ“ mehr als 100 bilaterale Konferenzen, Workshops und Ausstellungen.

Auf der Abschlussveranstaltung des DBJWTI erklärte Bundesforschungsministerin Annette Schavan: „Wir haben die Zusammenarbeit mit Brasilien in Forschung und Wissenschaft verstärkt. Brasilien ist zu einem noch wichtigeren Partner für Deutschland geworden und wird es auch bleiben - weit über das Deutsch-Brasilianische Jahr hinaus.“

Mit dem Ziel die bilaterale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie auch nach 2011 zu intensivieren, beabsichtigen beide Regierungen, einen gemeinsamen Förderfonds aufzulegen. Mit dem Fonds sollen mehrjährige deutsch-brasilianische Forschungsprojekte gefördert werden.





Beziehungen zu Brasilien mit enormem Potenzial

Vertragsunterzeichnung mit Brasilien

 Bei den 28. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen hat sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle in München für den Ausbau der bilateralen Kooperationen ausgesprochen. Nicht nur wirtschaftlich seien die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit angesichts der bevorstehenden sportlichen Großereignisse hervorragend. Auch bei der Gestaltung der Globalisierung sei Brasilien ein natürlicher Partner.

Wissenschaftsjahr 2010 befasst sich mit Energiefragen

Solarkraftanlage und Bio-Energie

Die Zukunft der Energie: Unter diesem Motto beginnt am 22. Januar das Wissenschaftsjahr 2010, das das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog veranstaltet. Ziel der seit dem Jahr 2000 ausgerichteten Wissenschaftsjahre ist es, in Kooperation mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen und mit einer Vielzahl von Veranstaltungen ein größeres öffentliches Interesse für Forschungsfragen zu wecken und insbesondere die junge Generation für wissenschaftliche Themen zu begeistern.