Ein Sonnenbad für Brasiliens Energiesektor


 

Brasilien verfügt über hervorragende Voraussetzungen für die Energieerzeugung durch Solaranlagen. Die Einstrahlungswerte sind im Durchschnitt doppelt so hoch wie in Deutschland. Dennoch stellt diese Energieform mit aktuell rd. 32 MW installierter Kapazität bislang nicht einmal 0,1% der nationalen Stromversorgung. In Deutschland waren 2015 bereits 39,7 GW installiert.

 

Solarthermie, die die Sonneneinstrahlung nutzt um Wasser zu erwärmen ist dabei am stärksten verbreitet. Photovoltaikanlagen (PV) zur Stromerzeugung finden dagegen  bislang noch wenig Anwendung. Die Zahl der dezentralen Anlagen hat seit Einführung der Einspeiseregelung („Net Metering“) in 2012 zwar deutlich zugenommen ist jedoch immer noch verschwindend gering. Nach einer ersten ausschließlich für Solarprojekte ausgelegten Auktion in 2014 befinden sich erste Solarfarmen in Bau. Brasilien verfügt zudem v.a. im Nordosten über gute Voraussetzungen für den Einsatz von Concentrating Solar Power (CSP). Dabei werden Sonnenstrahlen so konzentriert, dass sie Temperaturen bis zu 1000°C erzeugen. Die Wärme kann gespeichert werden und bei Bedarf auch nachts Strom produzieren. Die Technologie ist auch für industrielle Prozesse nutzbar.

 

Die guten natürlichen Voraussetzungen und das sich ändernde wirtschaftliche und politische Umfeld lassen kurz bis mittelfristig eine deutlich steigende Nachfrage nach PV- und ggfs. auch CSP-Installationen erwarten. Ein wichtiges Instrument zur Förderung des Ausbaus sind die exklusiv für PV durchgeführten nationalen Energieauktionen.

Deutschland bringt in der Zusammenarbeit seinen breiten Erfahrungsschatz, technologisches Know-how und innovative Anwendungsideen durch gezielte Beratung, Fachaustausch in Deutschland und gemeinsame Forschungsvorhaben ein. Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) berät die Energieplanungsagentur EPE, die Regulierungsbehörde ANEEL und relevante Ministerien bei der Entwicklung der regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen. So hat sie z.B. maßgeblich zur Entwicklung des „Net Metering“ beigetragen, das heute den Netzanschluss für dezentrale Erzeugungsanlagen ermöglicht.

 

Erfolgreiche Pilotprojekte spielen eine zentrale Rolle bei der Einführung und Verbreitung neuer Technologien. Die gewonnenen Kenntnisse finden durch gezielte Beratung Eingang in politische Vorgaben. So wurde z.B. die Verbreitung solarthermischer Anlagen im sozialen Wohnungsbau maßgeblich durch ein Demonstrationsprojekt der deutschen Zusammenarbeit in Rio de Janeiro beeinflusst. Der Einbau entsprechender Anlagen ist heute im nationalen Förderprogramm „Minha Casa Minha Vida“ verpflichtend.

 

Die über die KfW Entwicklungsbank finanzierte Photovoltaikanlagen auf dem WM-Stadion Mineirão in Belo Horizonte und auf dem Firmengelände des staatlichen Stromversorgers Eletrosul in Florianopolis haben Solarenergie für eine breite Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Die Zusammenarbeit unterstützt auch die Realisierung des ersten kommerziellen CSP-Kraftwerks im Nordosten Brasiliens.

 

Ein Schlüssel für einen zügigen Ausbau der Solarenergie sind geeignete Ausbildungsangebote. Die GIZ berät daher Berufsbildungszentren bei deren Entwicklung. Die Deutsche Zusammenarbeit unterstützt auch die Lobby- und Informationsarbeit von Nichtregierungsorganisationen zum Thema.

 

Weitere Informationen und Projektbeispiele:

 

          Deutsche Klimatechnologie-Initiative: Concentrating Solar Power in Brasilien (BMZ)

https://www.giz.de/de/weltweit/19604.html  

 

          Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (BMZ)

https://www.giz.de/de/weltweit/12565.html  

 

          Innovationen für nachhaltige Entwicklung – Neue Partnerschaften (NoPa)

https://www.giz.de/de/weltweit/24075.html  

 

          Solardach Stadion Belo Horizonte

https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/Wer-wir-sind/News/News-Details_202880.html

 

          Eletrosul Solardach

https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/Wer-wir-sind/News/News-Details_210368.html

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