Rückenwind für Brasiliens Energiesektor


 

Brasilien verfügt über sehr günstige Voraussetzungen für die Nutzung von Windenergie. Allein onshore beträgt das Potenzial ein Vielfaches der gesamten in Deutschland installierten Stromerzeugungskapazitäten.

 

Das brasilianische Auktionsmodell und staatliche Finanzierungsprogramme haben der Windenergie in den letzten Jahren zum Durchbruch verholfen und die Ansiedlung von Produktionsanlagen begünstigt. Waren 2009 erst 600 MW installiert, so stellte die Windkraft im Dezember 2015 mit 8,7 GW bereits 6,2% der Stromerzeugungskapazität des Landes. Die aktuelle Planung sieht bis 2024 einen Ausbau auf 24 GW vor. Damit ist Windkraft die mit Abstand am stärksten wachsende Technologie unter den erneuerbaren Energien in Brasilien. Trotz dieser Erfolge steht sie weiterhin vor großen Herausfor­derungen.

 

Wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung der Windenergie waren geeignete Rahmenbedingungen. Seit 2009 hat die deutsche Zusammenarbeit die Energieplanungs­behörde EPE und die Re­gulierungsbehörde ANEEL u.a. bei der Optimierung der Auktionsregeln für Windkraft beraten. Mit dem im Rahmen der Kooperation unterstützten Winddatensystem AMA verfügt EPE heute über ein leistungsfähiges Planungsinstrument. Das System beruht auf deutschen Erfahrungen und Methoden und gilt international als Referenz. Bei ANEEL fließt deutsches Know-how in die Auswahl und Begleitung von strategischen Projekten ein, deren Ergebnisse für den weiteren Ausbau der Windkraft ausgewertet werden. Die deutschen Erfahrungen bei der Netzintegration größerer Mengen erneuerbarer Energien sind u.a. Thema der Kooperation mit dem Energieministerium MME.

 

Durch zwei mit der staatlichen Entwicklungsbank BNDES geförderte Windparkprogramme konnten frühzeitig Anreize für Investitionen in die klimafreundliche Energieform gesetzt werden. Landesweit wurden neun Windparks privater Investoren mit einer Leistung von insgesamt 450 MW finanziert. Ein weiterer Windparkkomplex mit 48 MW wird mit dem staatlichen Stromversorger Eletrosul realisiert. Die Kooperation umfasst dabei immer auch investitionsbegleitende Bera­tung. Darüber werden in der Projektentwicklung regelmäßig auch Fragen der Qualität sowie der Umwelt- und Sozialverträglichkeit eingespeist. Die finanzierten Windparks führen zu CO2-Einsparungen von insgesamt über 8,0 Mio. t. Der Ausbau der Windenergie eröffnet auch neue Chancen für die deutsche Wirtschaft.

 

Damit der zügige Ausbau der Windenergie auch in angemessener Qualität erfolgen kann, müssen kurzfristig auf allen Ebenen zusätzliche Fachkräfte ausgebildet werden. Die deutsche Zusammenarbeit unterstützt daher die Entwicklung neuer Lehrangebote, zum Beispiel den Aufbau eines praxisorientierten Ausbildungszentrums für Windanlagentechniker beim staatlichen Berufsbildungsinstitut SENAI.

 

 

 

Weitere Informationen und Projektbeispiele:

 

 

          Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (BMZ)

https://www.giz.de/de/weltweit/12565.html

 

          Innovationen für nachhaltige Entwicklung – Neue Partnerschaften (NoPa)

https://www.giz.de/de/weltweit/24075.html

 

          BNDES-Windparkprogramm (2015)

https://www.kfw-entwicklungsbank.de/PDF/Evaluierung/Ergebnisse-und-Publikationen/PDF-Dokumente-A-D/Brasilien_BNDES_2015_D.pdf

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