Biogas für eine nachhaltige Energieversorgung Brasiliens


Brasilien verfügt über enorme Biogaspotentiale, vor allem im Entsorgungsbereich und in der Landwirtschaft. Es fehlen jedoch wichtige Voraussetzungen für die breitenwirksame Nutzung in Biogas- oder Klärgasanlagen zur Energieerzeugung. Die Stromproduktion aus Biogas bewegt sich daher derzeit noch im marginalen Bereich.

 

Die energetische Nutzung von Biogas verhindert nicht nur die Freisetzung schädlicher Klimagase, sondern reduziert auch den Bedarf an fossilen Brennstoffen zur Energieerzeugung. Dadurch kann ein doppelter Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Deutschland verfügt hier über einen breiten Erfahrungsschatz, technologisches Know-how und innovative Anwendungsideen, von denen auch Brasilien profitieren kann. Ziel der Zusammenarbeit im Rahmen der Deutschen Klimatechnologieinitiative (DKTI) ist es daher, die breitenwirksame Nutzung von Biogas zur Energieerzeugung in Brasilien zu fördern.

 

Dabei geht es zunächst darum, die Voraussetzungen für die Anwendung von Biogas zu verbessern: Bei Fachreisen nach Deutschland und Veranstaltungen in Brasilien können sich Unternehmen und politische Entscheidungsträger über Einsatzmöglichkeiten informieren und erhalten Anstöße für die Anwendung im brasilianischen Kontext. So mobilisieren wir landesweit Bewusstsein für die neue klimafreundliche Energieform. Die GIZ berät die zuständigen Behörden mit Blick auf erforderliche rechtliche Rahmenbedingungen für die Biogaserzeugung und -nutzung. Wichtige Voraussetzung hierfür sind belastbare Daten. Mit interessierten Versorgungsunternehmen werden daher Messungen des Biogaspotentials der Abwässer vorgenommen. Die Ergebnisse sind Grundlage für die Planung konkreter Anlagen und die Politikberatung. Gemeinsame Forschungsvorhaben deutscher und brasilianischer Hochschulen fördern den wissenschaftlichen Austausch zur Anwendung der innovativen Technologie in Brasilien.

 

Erfolgreiche Referenzprojekte spielen eine zentrale Rolle bei der Einführung neuer Technologien. Sie motivieren nicht nur die direkten Partner, sondern auch andere Unternehmen für die Replikation. Die so gewonnenen Erfahrungen können über die Politikberatung wiederum Eingang in politische Vorgaben finden. Durch die Bereitstellung langfristiger und zinsgünstiger Finanzierungsmöglichkeiten, einhergehend mit kompetenter Beratung über die KfW, gelingt es Partner für Pilotprojekte zu gewinnen. Die neue Kläranlage in Ibirité bei Belo Horizonte, ist hierfür ein gelungenes Beispiel: Die moderne Kläranlage mit ausgereiftem Abwasserbehandlungsprozess soll Biogas zur Trocknung des Klärschlamms nutzen und ihren Energieverbrauch so erheblich reduzieren. Die Unterstützung des regionalen Wasserunternehmens COPASA umfasste Vorstudien, ein zinsgünstiges Darlehen sowie technische Beratung bei der Realisierung des Projektes.

 

Für die Planung und Umsetzung von Biogasanlagen werden künftig qualifizierte Fachkräfte benötigt. Die deutsche Zusammenarbeit unterstützt daher schon heute die Entwicklung geeigneter Ausbildungsangebote für Biogas.

 

Weitere Informationen und Projektbeispiele:

 

          Deutsche Klima- und Technologieinitiative: Förderung klimafreundlicher Biogastechnologie in Brasilien (BMZ)

https://www.giz.de/de/weltweit/23804.html  

 

          Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (BMZ)

https://www.giz.de/de/weltweit/12565.html  

 

          Innovationen für nachhaltige Entwicklung – Neue Partnerschaften (NoPa)

https://www.giz.de/de/weltweit/24075.html  

 

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