Wirtschaftsbeziehungen

Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika. Der bilaterale Außenhandel hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten in beide Richtungen positiv entwickelt mit einem zeitweisen Rückgang im Zuge der Wirtschafts- und Währungskrise. Zuletzt hat die Dynamik aber nachgelassen. Die deutschen Exporte nach Brasilien betrugen 2015 etwa 9,9 Mrd. Euro (- 5% gegenüber 2014). Die Einfuhren Deutschlands aus Brasilien waren 2015 mit 8,5 Mrd. Euro etwa 5% niedriger als im Vorjahr. Brasilien lag damit 2015 als Abnehmer deutscher Waren auf Platz 26 und als Lieferland auf Platz 24. Das Jahr 2015 brachte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einen deutschen Handelsbilanzüberschuss von 1,3 Mrd. Euro (gleich wie 2014).

Brasilien exportiert nach Deutschland vor allem Eisenerz, Soja und Sojaprodukte, Kaffee und Kaffeeprodukte, Autoteile, Zivilflugzeuge, Maschinen, Fleisch, Kupfer und Rohöl. Bei den brasilianischen Importen aus Deutschland dominieren Maschinen, Autos und Autoteile, chemische Grundstoffe, pharmazeutische Produkte, Elektrotechnik und Metallwaren.

Im Jahr 2014 flossen deutsche Direktinvestitionen in Höhe von geschätzt 1,5 Mrd. USD  nach Brasilien; insgesamt beläuft sich der Bestand der deutschen Direktinvestitionen unter Einschluss von Reinvestitionen auf über 25 Mrd. USD. In Brasilien beschäftigen über 1.300 deutsch-brasilianische Unternehmen etwa 250.000 Menschen. São Paulo ist mit etwa 900 deutsch-brasilianischen Unternehmen einer der großen Standorte der deutschen Wirtschaft weltweit. Brasilianische Direktinvestitionen in Deutschland waren bisher nur in bescheidenem Umfang zu verzeichnen. Die massive Präsenz deutscher Unternehmen in Brasilien und ihre Waren-/Güterproduktion im Lande erklären auch, warum das bilaterale Handelsvolumen nicht noch höher ausfällt.

Die deutsche Außenwirtschaft verfügt in Brasilien über deutsch-brasilianische Industrie- und Handelskammern mit Sitz in São Paulo, Rio de Janeiro und Porto Alegre sowie über einen Korrespondenten der Germany Trade and Invest (gtai) in São Paulo. Die Außenhandelskammern informieren und beraten deutsche Exporteure und Investoren. Zur Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen finden jährlich Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage mit Unternehmertreffen statt. Sie werden durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und den brasilianischen Nationalen Industrieverband (Confederação Nacional da Indústria – CNI) organisiert. Damit verbunden tagt die Deutsch-Brasilianische Gemischte Kommission für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die 33. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage haben von 20. bis 22. September 2015 in Joinville in Brasilien stattgefunden, das nächste Treffen ist für dieses Jahr vom 16. bis 18. Oktober in Weimar in Thüringen geplant. Sowohl bei den Wirtschaftstagen als auch bei diversen Auslandsmessen ist ein großes brasilianisches Interesse an deutschen Technologien für Zukunftsthemen wie Transport, Infrastruktur, urbane Entwicklung, Gesundheit, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz zu beobachten.