Ansprache des Botschafters anlässlich des Seminar zum Amazonienfonds (7.10.16 in der BNDES in Rio de Janeiro)

Sehr geehrte Präsidentin,

Sehr geehrter Botschafterin,

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Es ist mir eine außerordentliche Freude, an dieser Veranstaltung teilzunehmen und gleich zu Beginn meiner Tätigkeit als Deutscher Botschafter in Brasilien den Amazonienfonds besser kennenzulernen. Gleichermaßen ist es mir ein Anliegen, die Bedeutung des Amazonienfonds innerhalb der Deutsch-Brasilianischen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung aus unserer Sicht hervorzuheben.

 

Brasilien und Deutschland verbindet eine enge, langjährige und vielfältige Beziehung. Einen Höhepunkt dieser vertrauensvollen Zusammenarbeit durften viele der heute Anwesenden im letzten Jahr mit den hochrangigen bilateralen Regierungskonsultationen erleben. Die Politikfelder Umwelt- und Klimaschutz haben dabei eine zentrale Rolle eingenommen – zu Recht, wie ich finde. Denn eine nachhaltige Entwicklung unseres Planeten bedarf strategischer Partnerschaften wie der unseren. Deutschland engagiert sich bereits seit Jahren im globalen Umwelt- und Klimaschutz und fördert weltweit Projekte zum Erhalt der Biodiversität und zur Bekämpfung des Klimawandels. Brasilien gehört aufgrund seiner großen Waldflächen und seines engagierten Handelns international zu den wichtigsten Akteuren zum Schutz dieser globalen Güter.

                                                                

Mit Stolz können wir sagen, dass die deutsch-brasilianische Kooperation zum Schutz der tropischen Regenwälder auf über 20 Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit und gemeinsame Erfolge zurückblickt, die international anerkannt sind. Dazu gehören die Ausweisung von Schutz- und Indigenengebieten, die Dezentralisierung der Umweltverwaltungen, die Einführung eines Umweltkatasters, die Etablierung von nachhaltigen Nutzungsformen. Zu den wichtigsten Projekten unserer heutigen Kooperation gehören das weltweit größte Schutzgebietsprogramm ARPA (Amazon Region Protected Areas) und er dazugehörige Multigeberfonds „ARPA for Life“, das Ländliche Umweltregister CAR und der Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz.

 

So war es nur konsequent, dass auch Deutschland einer der ersten Financiers des in 2008 neu aufgelegten Amazonienfonds wurde. Während diese Art von Finanzierungsmechanismus damals noch sehr neu war, ist der Amazonienfonds mittlerweile zu einem sehr gut funktionierenden Fonds für ergebnisbasierte Zahlungen im Kontext des Klima- und Waldschutzes geworden, der weltweit seinesgleichen sucht. Heute sind wir nach Norwegen größter Partner des Fonds. Gemeinsam mit der norwegischen Regierung finanzieren wir zudem  Beratung der GIZ zur Verbesserung der Projektumsetzung und des Wirkungsmonitorings.

 

Ich möchte auch diese Gelegenheit nutzen, um die brasilianische Regierung und die BNDES zu beglückwünschen. Zum einen zu der Reduzierung der Entwaldung in Amazonien um über 70% innerhalb von zehn Jahren. Zum anderen zur erfolgreichen Umsetzung eines ergebnisbasierten Fondsmechanismus in Sinne von REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) – noch vor der Etablierung eines entsprechenden internationalen Rahmenwerkes und vor der Verabschiedung einer nationalen REDD-Strategie wie sie heute vorliegen. Lassen Sie mich versichern, dass Deutschland auch weiterhin die positiven Anstrengungen Brasiliens in der Entwaldungsbekämpfung honorieren und seine Kooperation weiterführen wird.

 

Eine Anregung: Nutzen wir die guten Erfahrungen (und auch die schlechten) für die Entwicklung solcher Fonds in anderen Regionen. Brasilien kann als gutes Beispiel vorausgehen.

 

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit und freue mich auf spannende Beiträge und Diskussionen an diesem Nachmittag.